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Die 15. Woche (23. Jan.)

Dienstag, 23. Januar. 107. Tag: Kino („Kebab Connection“), Klamottenkauf, Kyrill, des letzten Kaisers Konzertsaal, Konrads Kontrakt mit Karl, Kunst- und Kulturzentrum, des Künstlers Kontraktablauf.

10:40 Uhr.

„Nanu? Zwei Wochen sind vergangen, ohne dass Ralf etwas in sein Blog gestellt hat? Ist er krank? Ist etwas passiert? Oder wird er einfach nur schlampig?“

Ich weiß, dass Euch diese Fragen unendlich gequält haben müssen in den letzten Tagen, deswegen will ich auch gleich dieses Mysterium aufklären: Ich konnte letzte Woche nichts hier reinschreiben, da ich nicht im Collège war. Wir haben nämlich mit der Première vom Lycée einen Klassenausflug gemacht ins Kino im Nachbarort Conflans, wo der deutsche Film „Kebab Connection“ im OmU lief. Kennt Ihr denn Film? Wenn nicht, unbedingt anschauen. Ist urkomisch! Und ich habe eines gelernt, was ich vorher für unmöglich hielt: Es ist möglich, Julius Cäsar und Dieter Bohlen in einem Satz zu nennen! :-)

Auch ansonten ist einiges passiert, von dem ich kurz berichten möchte. Wie immer naütrlich in chronologischer Reihenfolge.

Nachdem wir also am Dienstag mit den Kiddies im Kino waren, habe ich den Mittwoch genutzt, um im Winterschlussverkauf in Paris ein paar tolle Klamotten zu kaufen. Und es war richtig gut für’s Ego, denn die Verkäuferin in dem einen Laden flirtete ein wenig mit mir rum (wenn auch erfolglos...) und meinte, als ich eine Hose anprobierte: „Vous avez le corps d’un mannequin! – Sie haben den Körper eine Models!“ Ich errötete zart und wehrte ab. Guuuut, zugegeben, ich habe vielleicht das eine oder andere Kilo hier verloren – aber zum Mannequin fehlt mir noch ein wenig die... ähm, wie sagt man? Die feine Betonung der Muskeln? Ach, Scheiß drauf, ich habe kein Sixpack! Jedenfalls habe ich viel Geld in tolle Klamotten investiert. Ich denke, dass sich das gelohnt hat.

Was war denn da bei Euch in Deutschland los? Hat Euch Kyrill die Dachpfannen, Äste und Autos um die Ohren gepustet? Sturmwarnung an allen deutschen Küsten von Nordsee bis Ostsee und Bodensee? Der Untergang des christlichen Abendlandes? Die Bahn hat absichtlich den Verkehr eingestellt? (So wie Grabowski und das Politbüro auch absichtlich die Mauer am 9. November geöffnet haben, was?)

Ay, hombres, ¿qué pasa?

Alle redeten jedenfalls von dem Sturm, der über Deutschland fegte – erst über den meteorologischen, dann über den metaphorischen, den Sturm der Entrüstung. Hier in Frankreich, von den Gipfeln des Montmartre aus, stellt sich das Ganze so da:

1) Es war windig.
2) Es war sogar so windig, dass in Teilen Ostdeutschlands mehrere Stunden lang der Strom ausfiel, wie mir aus verläßlicher Quelle zugetragen wurde. (Wenn ich jetzt zynisch wäre, würde ich fragen, wo denn die Milliarden hin sind, die in die ostdeutsche Infrastruktur geflossen sind. Aber ich bin ja nicht zynisch. Deshalb frage ich auch nicht. Das wäre ja unsozial. Nachher machen die noch eine soziale Bewegung.)
3) Es war anscheinend sogar so windig, dass die Bahn aus „Sicherheitsgründen“ gesagt hat: „Züge fahren heute nicht mehr, Party auf dem Bahnsteig!“

Der SPIEGEL ließ sich auf seiner Internetseite zu gleich drei (!!!) humoristisch angehauchten Artikeln hinreißen (unbedingt nachlesen unter www.spiegel.de/spam/). Die beste dabei war die Meldung, dass sich die Bahn „mit sofortiger Wirkung aus den Geschäftsfeldern Personen- und Güterbeförderung“ zurückziehe. Nach der „gelungenen Generalprobe“ durch Kyrill, will man sich nun „auf das eigentliche Kerngeschäft konzentrieren“.

Was ist denn das „eigentliche Kerngeschäft“ der Deutschen Bahn AG? Die Antwort darauf findet Ihr unter diesem Link.

Hier in Frankreich war es zwar auch etwas windiger als sonst, aber sonst ist mir hier nichts zu Ohren gekommen von wegen Sturm oder Orkanwarnung. Hier wird dann einfach gestreikt – äh, ich meinte natürlich, eine soziale Bewegung gestartet.

Das nächste „K“ in meiner alliterarischen Liste steht für „des letzten Kaisers Konzertsaal“. Der letzte französische Kaiser war Napoleon III., ein Neffe des großen kleinen Napoleon I. Dieser ließ in Paris eine neue Oper bauen, nachdem die alte von einem italienischen Separatisten mittels dreier Bomben zerstört wurde. So kam Paris wu seiner berühmten „Opéra Garnier“ (benannt nach ihrem Architekten Charles Garnier). Das ist ein wirklich wunderschönes Gebäude, welches man tagsüber besichtigen kann. Der Jokus kostet zwar 7 oder 8 EUR für Reiche (und Erwachsene) und 4 EUR für Studenten, ist aber sehenswert. Das eine oder andere Foto davon werde ich in absehbarer Zeit ins Netz stellen.

Tragische Ironie des Schicksals: Napoleon III. hatte nie die Gelegenheit, diese Oper zu benutzen; er starb 3 Jahre vor der Fertigstellung im Exil in London. Irgendetwas Großes muss um 1870/71 dazwischen gekommen sein...

Das „Kunst- und Kulturzentrum“ ist einfach eine etwas holprige Alliterisierung vom Centre Pompidou. Ich muss ja zugeben, dass ich das Ding immer pottenhäßlich fand. Irgendwie passte der Bau in meinen Augen nicht zu diesem Viertel.

Jedenfalls war ich mit Freunden verabredet, am Samstagabend im Marais zu feiern. Ich bekam am Freitag eine SMS etwa folgenden Inhalts: „Demain conférence piano rogers au centre pompidou, on se rencontre à 17.30 à l’entrée principale!“ Ich übersetzte die Nachricht mit „Klavierkonferenz im Centre Pompidou, Treffen 17.30 Haupteingang“. Ich war mir nicht ganz sicher, was ich mit dem Wort „conférence“ in diesem Zusammenhang anfangen sollte, dachte aber an eine Art Konzert.

Mit dieser Erwartung ging ich also dort hin. Als um 17.45 Uhr (!!!) die Architekten, mit denen ich verabredet war, dort auftauchten, wurde mir erklärt, dass eine „conférence“ ein Vortrag sei, und dass es kein Klavierspiel gäbe, sondern dass Renzo Piano und Richard Rogers die Architekten seien, die dieses Ding gebaut haben. Es war ein gewisser Dämpfer für mich – wie gesagt, ich finde das Ding häßlich...

Ich will’s kurz machen. Der Vortrag war aufgezogen wie ein „Literarisches Quartett“ im Telekolleg, aber die Anekdoten der beiden Architekten waren ganz witzig („Wir wurden von den Parisern mit Tomaten beworfen!“). Und noch etwas habe ich gemerkt: Architekturstudenten und junge Kunstinteressenten – irgendwer faselte was von „Nouvel Art“ – tragen alle dunkle Klamotten und schwarze, rechteckige Brillen...

Nun zu „Konrads Kontrakt mit Karl“. Konrad, das ist der ehemalige Bundeskanzler Konrad „Kölle Allaf“ Adenauer, der am gestrigen Tag vor 44 Jahren einen Vertrag mit seinem guten Freund Karl von Gallien (Charles de Gaulle) unterzeichnete: den sog. Deutsch-Französischen Vertrag oder Elysee-Vertrag. Deswegen war gestern auch der Tag der deutsch-französischen Freundschaft. Ich persönlich habe nicht allzu viel davon mitbekommen (es hat mir auch keiner seinen Platz in der Metro angeboten). Eigentlich wollte ich auch ein bißchen was am Lycée machen, was aber daran scheiterte, dass dort gerade das „bac blanc“ läuft – das Vorabi quasi. Die Schüler der Terminale haben Prüfungen wie im richtigen Abi. Tragisch... konnte ich leider nichts machen...

Zu guter Letzt zu „des Künstlers Kontraktablauf“. OK, ist etwas hochtragend, is’ ja gut. Der Künstler, nun, das bin ich; ich brauchte noch ein „K“. Ich werde im Februar wieder kurz in Deutschland sein, und zwar in der Zeit vom 16. Februar bis 01. März. Größtenteils wohl mit der Familie, aber auch kurz in OS für ein Wochenende. Danach bin ich bis Ostern wieder hier. Dann geht das Studium in OS weiter.

Soweit das neueste Update!

Liebe Grüße,


der „Künstler“
23.1.07 12:26
 



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