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Die 6. Woche (4. Nov.)

Samstag, 04. November. 40. Tag: Französischunterricht für Jamie Cullum, Kenzo, Akzent, koscherer Döner.

14:30 Uhr.

Was für ein Konzert! So gut hat man mich für 40 EUR schon lange nicht unterhalten! Der Junge hat echt was drauf!

Von wem schwärme ich hier eigentlich? Ach ja, Jamie Cullum. Ich hatte ja geschrieben, dass ich überlegte, zu dessen Konzert am 02. November zu gehen – nun, ich war also da und bereue es nicht. Die Bühnenshow war angenehm simpel gehalten; ein paar Lichteffekte, eine kleine Leinwand, auf die entweder Bilder von der Bühnenkamera oder sonstige Videos geworfen wurden, kein Pyro- oder sonstiger aufwändiger (und damit teurer) Schnickschnack. Dafür saubere, anspruchsvolle Musik. Und der kann Klavierspielen!

Humoristischer Höhepunkt des Abends war ein Lied, das er dem Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewidmet hat. Titel des Liedes: „If I Had A Brain“. Er singt von all den Dingen, die er tun würde, wenn er ein Hirn hätte, und das in herrlich falschem Englisch: „I’d think all day of things I had never thunk of before…“

Und teilweise artete das Konzert in eine Französischstunde von Jamie Cullum aus. Als er das Publikum zum Mitsingen animierte, sagte er mit einem interessanten Akzent: „Je vais chanter ‚blablabla’ (ich singe ‚blablabla’), et après vous chantez ‚lalala’ (und danach singt ihr ‚lalala’), je vais compter quatre … uhm… quatre…! (ich zähle dann vier…äh…vier!)“ Dabei vergaß er das französische Wort für „mal“ wie in viermal, woraufhin ihm ein paar tausend französische Kehlen entgegen brüllten „FOIS!!!“. Er zuckte zusammen, schlug sich mit der Hand an die Stirn und kniete in Scham und Demut vor dem Publikum nieder. Oder er fragte den Schlagzeuger nach einer Vokabel, der wohl französisch konnte.

Zum Abschluss meinte er, dass er zurück nach London gehen würde und ein neues Album aufnehmen würde, und in einem Jahr sei er zurück.

Wenn er das durchzieht, ich auch. :-)

Tja, der nächste Event steht auch: Ich habe gesehen, dass Ende März TOTO hier spielt, und zwar in der gleichen Halle. Ich habe den Termin schon mal notiert.

Kennt jemand von Euch die Marke „KENZO“? Ich kannte sie bis heute nicht, lernte sie aber kennen, als ich wieder mal auf der Suche nach einem Schal war. In einem Geschäft in diesem Einkaufstempel an der Place d’Italie stieß ich auf diese Marke. Kein Wunder, dass ich sie noch nicht kannte (und ich glaube auch nicht, dass ich sie jemals kennen lernen werde): Da lag ein Schal, der mal eben 135 EUR (kein Scheiß!!!) kosten sollte. Ein SCHAL! Ein Stück Stoff, das wahrscheinlich von pakistanischen Kindern unter fürchterlichen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde!

Ich habe den Schal natürlich nicht gekauft.

Dafür aber ein Paar bezahlbare Handschuhe gefunden (nicht von KENZO). Die halten nun die Fingerchen warm. Ich glaube, mein Hals braucht das nicht…

Tja, mein Akzent. Dass ich einen habe, ist sowohl klar als auch wenig überraschend. Was mich aber dann doch wundert, ist die Tatsache, dass alle glauben, es sei ein englischer Akzent! Das erste Mal fragte mich eine Lehrerin am Lycée, ob ich der „assistant d’anglais“ sei, was ich mit einer hochgezogenen Augenbraue höflich, aber doch bestimmt verneinte.

Heute passierte das wieder. Ich hatte die Handschuhe gekauft und fragte beim Schuster im Einkaufszentrum, ob die dieses ippelige Plastikteil durchschneiden könnten, welches Handschuh A mit Handschuh B verbindet. Das tat auch der eine der zwei Männer, die dort arbeiteten, während der andere fragte, ob ich Engländer sei. Ich verneinte. „Américain?“ Kopfschütteln. Das Ratespiel schien ihnen aber zu gefallen. „Australien?“ schaltete sich der andere ein. „Non.“ Schließlich versuchte es der erste wieder und fragte „Canadien?“ Nachdem sie nun ja fast alle englischsprachigen Länder durchhatten, löste ich das Rätsel und sagte „Allemand“. Die nächste Frage hätte ich mir denken können: „Was trinkt man den in Deutschland an Alkohol, wenn einem kalt ist? Eau-de-vie (Schnaps)?“ Woraufhin ich ihm das Rezept för’n orntlichen steifen Grrrog nach frrriesischer Art gab. :-)

Aber kann mir jemand sagen, warum alle denken, ich hätte einen englischen Akzent?!

Neulich ging ich im Marais spazieren und befand mich auf einmal im jüdischen Viertel. Das ist ein sehr schönes Eckchen von Paris, es scheint sich nicht großartig verändert zu haben in den letzten 100 Jahren. Man erkennt es an den hebräischen Schriftzeichen, die sich überall an den Geschäften befinden und dem Hinweis auf koscheres Essen.

Was ich aber interessant fand, war, dass es dort sogar einen Dönerladen gab, der koscheren Döner und andere Fleischgerichte anbot! Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen!

Warum geht das nicht auch in Jerusalem…?

In diesem Sinne:

Peace, Leute!


PS: Vielen Dank für Eure Mails und Gästebucheinträge! Ich freue mich, dass es tatsächlich Leute gibt, die diesen Schund hier lesen... :-)
4.11.06 18:54
 



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