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Die 8. Woche (21. Nov.)

Dienstag, 21. November. 57. Tag: Thierry Henry, bebendes, zitterndes Wasser, rauchende Pferde, Fotos.

10:40 Uhr.

Es ist wieder Freistunde, und ich sitze an einem französischen Keyboard und tippe unter großen Anstrengungen deutsche Sonderzeichen wie ä, ö, ü, ß etc. Diese Zeile eben tippte ich im 2-Finger-Suchsystem...

Denken wir kurz zurück: Sommer 2006 ganz Deutschland ist vom WM-Fieber gepackt. Ganz Deutschland?

Ja, ganz Deutschland. Das Halbfinale wollen wir gedanklich überspringen, aber unsere Erinnerungen an das Finale wollen wir auffrischen. In diesem Finale befand sich unter anderem die französische Nationalmannschaft; ein Team, das bei der WM 2002 als amtierender Weltmeister anreiste und sang- und klanglos unterging und auch am Anfang dieser WM alles andere als souverän wirkte.

Dennoch haben sie es ins Finale geschafft. Schön und gut, sie haben sich halt gemausert. Zidanes Kopfarbeit soll an dieser Stelle auch unter den Tisch fallen.

Und eben diese Mannschaft (ohne Zidane) habe ich live im Stade de France gesehen letzten Mittwoch. Für 20 EUR habe ich mir den Jokus mal angetan. Ich saß ganz oben, fast direkt hinter dem Tor. Wenn ich das schon vor der Nase habe, das Spiel, dann wollte ich das auch nutzen.

Gegner in diesem Freundschaftsspiel war Griechenland. Es versprach also spannend zu werden: der amtierende Europameister gegen den Vize-Weltmeister.

Denkste.

Die Franzosen waren zwar bemüht, als Sieger vom Platz zu gehen, waren aber insgesamt gesehen erschreckend harmlos. Ich möchte mich sogar zu dem Ausdruck „dilettantisch“ hinreißen lassen. Fehlpässe, Spieler, die dauernd ausrutschten (interessanterweise nur Franzosen), harmlose Flanken... die griechische Defensive kam eigentlich nur einmal pro Halbzeit in die Bredouille: in der ersten beim 1:0 (Kopfballtor von Thierry Henry), und in der zweiten bei einem Schuß ans Außennetz.

Zeitweise waren die Griechen sogar näher am Ausgleich als die Franzosen am 2:0. Aber das lag nicht daran, das Otto Rehakles Mannen wacker aufspielten, mitnichten! Das waren teilweise haarsträubende Patzer der französischen Defensive!

Wie konnte diese Mannschaft es schaffen, ins WM-Finale zu kommen?! Und ganz ehrlich: Wenn Deutschland im Halbfinale nicht über Italien gestolpert wäre, hätten die Klinsmänner die auseinander genommen – ganz einfach... Aber das will mir hier natürlich keiner glauben. :-)

Ich suche noch französische Wettpartner. Am 07. Februar ist das nächste Freundschaftsspiel im Stade de France, diesmal dann gegen Argentinien. Wenn die Franzosen sich bis dahin nicht deutlich verbessern, setze ich auf ein 3:0 für Argentinien. Aber das will mir hier natürlich auch keiner glauben...

Kennt Ihr bebendes, zitterndes Wasser? Nein? Auf französisch nennt man das „eau frémissante“. Wie ich darauf gestossen bin?

Ich hatte vergessen einzukaufen und fand daher am letzten Samstag nur noch eine Packung Bockwürste („Knacks“) in meinem Kühlschrank. Dazu kam erschwerend hinzu, dass das Brot, das ich geplant hatte zu essen. sich in eine Pilzkultur verwandelt hatte und daher für einen weiteren Verzehr unbrauchbar war.

Außerdem fiel mir das um 22 Uhr auf – direkt nachdem der Supermarkt geschlossen und der Pizzaladen um die Ecke zugemacht hatte. Das alles steigerte meine Laune nicht wirklich. Au contraire.

Also gab’s Bockwürste, die dem Aussehen und der Konsistenz nach nicht unähnlich einer Teewurst waren. Und diese sollte man drei Minuten in „eau frémissante“ tauchen – was mein Wörterbuch mit „(vor Wut) zitternd, bebend“ beschrieb. Das passte irgendwie schon, wenn auch nicht auf das Wasser, sondern eher auf mich... Ich übersetzte es dann kochend mit „köchelnd“.

Auf SPIEGELonline wurde vor ein paar Tagen ein Artikel über den deutschen Humor veröffentlicht. Unter anderem wurden dort die schlechtesten Witze veröffentlich. Ich schäme mich fast zu sagen, dass ich einige noch nicht kannte und teilweise laut loslachen musste. Der beste unter den schlechtesten lautete folgendermaßen und wurde prompt in mein Repertoire aufgenommen:

- „Raucht Ihr Pferd?“
- „Nein, wieso?“
- „Dann brennt Ihr Stall.“

Herrlich, oder? :-))

Ich habe es endlich geschafft, meine Fotos, die ich bei meinen Ausflügen gemacht habe, zu verkleinern und netzfertig zu machen. Nun sind sie online und können von Euch bestaunt und gehuldigt werden. Allerdings sind es bis jetzt nur Standardbilder von Paris: Eiffelturm, Montmartre etc. Dennoch möchte ich Euer Augenmerk auf das Album „Paris V“ lenken, in dem mir ein paar nette Nachtbilder geglückt sind.

Den Link dazu findet Ihr auf der Seite „Fotos“.

Ansonsten geht es mir gut, der Job macht Spaß, und die Schüler sind umgänglich. Um genau zu sein, habe ich festgestellt, dass manche Schüler, deren Benehmen bei der Lehrerin für die Füße ist, bei mir ruhig sind und selbständig mitarbeiten. Darüber freue ich mich natürlich.

In diesem Sinne schöne Grüße,


unser Mann in Paris
21.11.06 11:16
 



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