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Die 23. Woche (03. Apr.)

Dienstag, 03. April. 171. Tag: Gare du Nord, Zugticket und Rückfahrt, Abschied, „cadeau“, RATP (mal wieder), Politikerbücher, Konferenz, „Je suis en train de relever mes trottoirs“.

Vorletzter Eintrag. Aufikowski!

Gare du Nord

Der eine oder andere wird es vielleicht mitbekommen haben: am Gare du Nord kam es letzten Dienstag zu Ausschreitungen à la banlieue (siehe Artikel vom STERN, vom SPIEGEL oder aus LE FIGARO). Insgesamt geht es wohl darum, dass ein illegaler Einwanderer kein Ticket hatte, sich seiner Festnahme durch RATP-Personal widersetzte, was andere Jugendliche mit Migrationshintergrund sahen, woraufhin diese... Im Endeffekt wurde der ganze Gare du Nord gesperrt, Hundertschaften und Tränengas kamen zum Einsatz, der Foot Locker und einige andere Geschäfte wurden geplündert... alles in allem viel Chaos wegen eines nicht bezahlten Tickets. Die ersten Unruhen wegen des Schwarzfahrers waren gegen 16.30 Uhr, die Plünderungen der Geschäfte ein paar Stunden später.

Was ich persönlich aber am schlimmsten finde, ist die Tatsache, dass es bei den Plünderungen nicht darum ging, einem armen Einwanderer zu helfen, der von den bösen Polizisten abgeführt wurde. Au contraire, ich habe eher das Gefühl, dass sich dort eine Aggression entlud, die das letzte Mal bei den Ausschreitungen im Oktober 2006 zu sehen war. Es ging nicht um soziale Gerechtigkeit oder um eine Demonstration von Solidarität. Ich glaube, dass waren Hass, Aggression, das Gefühl, sich benachteiligt zu fühlen usw., die zu diesen Krawallen führten.

Ich persönlich habe diese Krawallen nur am Rande mitbekommen, den meine Métro 5, die auch über den Gare du Nord fährt, fuhr abends, als ich nach Hause wollte, etwas unregelmäßiger. Ich freue mich schon drauf: Sonntag fahre ich abends ab dem Gare du Nord zurück nach Deutschland.

Diese geradezu geniale und pulitzerverdächtige Überleitung führt mich zu meinem nächsten Punkt, nämlich...

Zugticket und Rückfahrt

Fesch, oder? :-)

Sonntag geht also mein Nachtzug um 20.46 Uhr am Gare du Nord (ohne Ausschreitungen, hoffe ich) in Richtung Heimat. Ich muss diesmal mit dem Zug fahren, da ich zuviel Gepäck habe, um es ins Flugzeug zu nehmen. Die erlauben ja immer nur 20 kg.

Deshalb (witzige Anekdote) habe ich schon vor knapp einem Monat ein Zugticket gekauft. Während ich auf der Hinfahrt 29 EUR (!!!) bezahlt habe, kostete es jetzt auf der Rückfahrt 117 EUR.

Warum?

Nun, erstmal muss ich am Wochenende fahren und kann daher nicht wie im September unter der Woche fahren. Zweitens ist Ostern, da wollen viele Wohl für ein verlängertes Wochenende nach Paris. Da war das Sparkontingent entsprechend schnell vergriffen.

Jedenfalls sollte ein normales Sitzplatzticket rd. 100 EUR kosten. Als ich dann im internet gesehen habe, dass ein Liegeplatzticket im Viererabteil nur 17 EUR mehr kostet, habe ich mir gedacht, dass ich da paar Kröten auch noch habe.

„Und wo ist da jetzt der Witz?“ magst du vielleicht fragen.

Nun, die Verkäuferin von der Bahn schaute sich erstaunt den Preis an und sagte: „Na, das hört sich doch gar nicht mal so schlecht an, 100 EUR nach Paris, oder?“ Sie erwartete wohl meine uneingeschränkte Zustimmung.

„Ja“, sagte ich also artig, „besonders wenn man bedenkt, dass ich bei der Lufthansa für das gleiche Geld hin und zurück fliege und nur einen Bruchteil der Zeit unterwegs bin...“ Dazu fiel ihr nichts mehr ein. Ich nahm mein Ticket, verabschiedete mich höflich und ging.

Jedenfalls komme ich am Ostermontag gegen 5 Uhr in OS an. Ich bitte von evtl. Anrufen vor 12 Uhr mittags abzusehen...

Und deswegen bin ich auch bereits dabei, meinen vorläufigen...

Abschied

...zu organisieren. Ein paar Klassen sehe ich diese Woche zum letzten Mal, dass heißt, der Unterricht geht dementsprechend lax (Lachs?) zu. Auch bei den Lehrer wollte ich mich gebührend bedanken und habe daher zwei Osterkörbe gekauft und Schokolade reingetan. So steht jetzt in jedem meiner beiden Lehrerzimmer (also am Lycée und am Collège) ein Körbchen mit Schokolade im Wert von knapp 20 EUR. Eine große Packung Ferrero Rocher kostet hier fast 6 EUR!!! Ist da etwa auch Luxussteuer drauf?!

Auch ein paar Schüler haben angekundigt, mir ein...

„cadeau“

..., ein Geschenk zu Abschied machen zu wollen. Is’ ja ganz nett gemeint, eigentlich. Dummerweise sind das in diesem Fall aber die zwei größten Lausbuben aus der 2LV1; der eine, der damals die rote Karte gesehen hat, und der andere, der eigentlich jedes Mal kurz davor ist, auch eine zu sehen.

Ich muss zugeben, dass mir ein wenig unwohl ist bei diesem Gedanken... Ich werde zu berichten wissen, um was für ein „Geschenk“ es sich handelt.

RATP (mal wieder)

Dennoch durfte ich mich heute mal wieder über die RATP aufregen, die mir das Leben wieder unnötig schwer gemacht hat. Als ich heute Morgen an der Bastille ankam, stand auf den Infomonitoren, dass es wegen einer technischen Störung der Linie 1 zwischen den Stationen „Nation“ und irgendwo anders zu Unterbechungen im Verkehr kam.

Das ist insofern dämlich, weil es mich direkt betraf.

Hätte ich jetzt die Stationen der Linie 1 gekannt, hätte ich erkennen können, dass ich würde warten müssen. Hätte ich das erkannt, hätte ich nicht zwei Minuten auf dem Bahnsteig gestanden und gehofft, dass ein Wunder geschieht oder eine Métro kommt. Hätte ich nicht gewartet, ob was passiert, sondern wäre sofort zur Métro 5 gelaufen, hätte ich nicht 5 Minuten unten am Bahnsteig der Linie 5 warten müssen, um einen anderen Weg zu Gare de Lyon zu nehmen. Hätte ich diese Wartezeit gespart, hätte ich nicht um zwei Minuten heute Morgen meinen RER nach Achères verpasst.

Ganz schön konjuntivlastig, dieser Teil, gell?

Zum Glück hatte ich heute nichts vorzubereiten. Daher konnte ich dann heute Morgen, als ich eine Viertelstunde im Gare de Lyon meines RERs harrte, mir verschiedene...

Politikerbücher

...anschauen – oder zumindest ihre Titel. Da ist zum Beispiel eines von Jacques Chirac mit dem Titel „Mon combat pour la paix – Mein Kampf für den Frieden“; eines über Jacques Chirac, dessen Titel ich vergessen habe; eines über Ségolène Royal mit dem Titel „L’insoumise – Die Aufsässige“; eines über Nicolas Sarkozy namens „Un pouvoir nommé désir“ (in Anlehnung an das Theaterstück „A Streetcar Named Desire“ von Tennesse Williams) und eines über François Bayrou namens „Projet d’espoir – Das Konzept Hoffnung“. von Le Pen gibt es erstaunlicherweise (oder glücklicherweise) keines, dafür aber von seiner Tochter und Kronprinzessin Marine Le Pen („A contre flots – Gegen den Strom“).

Das ist ja nun schon genauso schlimm wie in Deutschland: Gerhard „Lehrer-sind-faule-Säcke“ Schröder („Entscheidungen. Mein Leben in der Politik“) oder Angela Merkel („Mein Weg. Ein Gespräch mit Hugo Müller-Vogg“).

Mein Gott, wer soll sich denn diesen Schund anschauen, geschweige denn durchlesen?

Ich jedenfalls nicht. Ich widersetze mich. Darf hier ja eh nicht wählen...

Konferenz

Wählen durften dafür die Schüler, beziehungsweise ganz speziell jene der 2LV2, über die ja jetzt am Samstag konferiert wurde in Anwesenheit der Eltern. Ich hatte ja berichtet, dass ein paar von ihnen meinen Klassenraum gesalzt und gesenft (?) haben.

Fazit dieser Konferenz: Die Schüler geloben Besserung und sollen/wollen Buch über ihr Verhalten führen, die Eltern gaben sich geschockt (wegen ihrer Blagen)und verständnisvoll (wegen der Leerkörper), und keiner der beteiligten Lehrer glaubt, dass es was bringt.

Super, oder?

Je suis en train de relever mes trottoirs

So. Feierabend für heute, für diese Woche und fürs Erste. Der nächste und definitv letzte Eintrag folgt also am Dienstag, den 24.04.2007, etwa um dieselbe Zeit.

Der Brüller der Woche wurde um einen Bilderrätselwitz erweitert... Viel Vergnügen.

„Je suis en train de relever mes trottoirs – Ich klappe gerade meine Bürgersteige hoch.“ Diesen Satz würde hier niemand verstehen... :-)

Au revoir,


moi
3.4.07 11:49
 



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