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Die 22. Woche (27. Mrz.)

Dienstag, 27. März. 164. Tag: TOTO, PSG, XXX, 2LV2, bac blanc.

09:35 Uhr.

Mann, bin ich müde... Bon, allons-y.

TOTO

Der Grund für meine Müdigkeit ist diese Band, die ich ja bereits im letzten Blog angekündigt hatte. Die waren gestern Abend hier in Paris, und ich habe das Konzert besucht.

Laut Karte sollte es um 20.30 Uhr losgehen. Ich dachte mir, die Vorband schenkste dir, und auch auf die Gefahr, den Anfang zu verpassen, war ich gegen kurz vor neun da. Die Vorband, eine einzelne Sängerin mit Gitarre, verließ gerade die Bühne, und um halb 10 fing dann TOTO an. Und das in guter und üblicher Qualität und Manier.

„Peinliche“ alte Männer, die einen auf jung zu machen versuchten, konnte ich auf der Bühne nicht entdecken. Für mich waren das eher Spitzenmusiker, die 30 Jahre lang Studioerfahrung und 25 (?) Jahre Tournee-Erfahrung haben und ganz genau wußten, was sie können und drauf haben. Es ging los mit ein paar Liedern vom neuen Album, die ich noch nicht kannte, aber reibungslos ins TOTO-Schema zu passen scheinen.

Ich persönlich hatte ja gehofft, dass sie mehr von ihren alten Liedern spielen würden, denn mit Bobby Kimball, der ja der Sänger der ersten vier Alben war (meiner Meinung nach auch die besten vier!), würde es sich ja anbieten, die alten Nummern wieder rauszuholen. Schwierig ist dabei dann allerdings, wie man so 13 Studioalben unterbringen will (wenn ich mich nicht verzählt habe). Insofern war es ein sehr bunter Mix aus, glaube ich, fast allen Alben. Die geplante Setlist findet Ihr unter diesem Link (unten auf der Seite, der vorletzte Eintrag) und entspricht etwa der tatsächlichen von gestern Abend.

Ansonsten war es halt das übliche Erlebnis; der Sound war 1 A, die Stimmung war auch gut, nur Steve Lukather mit seiner Tendenz, aus jedem kurzen Intermezzo ein längeres Solo zu machen, zog m. M. n. das eine oder andere Stück unnötig in die Länge. Schade fand ich auch, dass David Paich nicht mehr dabei ist (aus familiären Gründen, er tourt nur noch in den USA mit). Der Ersatzkeyboarder konnte musikalisch zwar mithalten; stimmlich kam er aber bei weitem nicht an ihn ran. Mike Porcaro hatte sich auch die Hand verletzt, so blieb nur noch Steve Lukather als einziges Gründungmitglied übrig, dass die 30 Jahre kontinuierlich miterlebt hat. Und eben Bobby Kimball, der nach 15 Jahren TOTO-Abstinenz (wegen Drogenproblemen) wieder an Bord ist.

Insgesamt war es ein schönes Konzert, und ich bereue nicht, dort hingegangen zu sein. Witzig: am Ausgang standen – wie bei jedem Konzert – Verkäufer, die ihre Poster für 2 EUR das Stück vertickert haben. Ich habe mir für diesen Preis natürlich eins mitgenommen, zweifele allerdings an der Authentizität: auf der Vorderseite ist TOTO drauf (mit Tourdaten, sieht ziemlich selbstgemacht aus), und auf der Rückseite ist Good Charlotte drauf – die am 19. Mai hier spielen... Naja, 2 EUR halt...

Um kurz nach Mitternacht war ich dann zu Hause, bis ich im Bett war, war’s halb eins, und um 5 Uhr klingelte der Wecker. Daher: Sorry, Leute, aber Tippfehler gehen mir heute echt am A**** vorbei. (Pssst: Eben habe ich den Schülern in der ersten Stunde eine Rechercheaufgabe im Internet gegeben – so hatte ich wenigstens meine Ruhe...)

PSG

Neulich in der Métro: ich stehe in der Station Châtelet/Les Halles und harre der Bahn. Ein paar Meter neben mir eine Gruppe von ca. 10 Leuten mit Schildern, wo irgendwas von „Marseille“ drauf stand. Was genau konnte ich nicht erkennen (Streik? Soziale Bewegung?).

Als dann die Bahn einfuhr, befand sich dort drin eine Gruppe von französischen Jugendlichen (alkoholisiert), und diese „groupe marseillais“ und ich stiegen ein. Dann erblickte einer von den Jugendlichen diese Schilder und brüllte durch den Zug: „Hé! Les Marseillais! C’est quoi, ces panneaux?!“ („Ey, Ihr aus Marseille, was sind das für Schilder?!“)

Die antworteten auch irgendwas, das ich nicht verstand, da ich ein paar Meter weiter weg stand, woraufhin die Jugendlichen begannen zu skandieren: „PSG – Hooligan! PSG – Hooligan!“ Ich habe mir sagen lassen, dass es eine große Rivalitäat zwischen den Anhängern von PSG (für alle, die es nicht kennen, das ist der Fußballverein Paris-St. Germain) und denen von Bordeaux gibt. Oder war das Lyon? Egal, sie fingen jedenfalls an, auf Olympique Marseille zu schimpfen: „Les filles y sont légères, et les pédés sont là!“ (Zwingt mich bitte nicht, das zu übersetzen…)

Überraschend fand ich allerdings, wie gut sie das stimmhafte „h“, das „h aspirée“ ausgesprochen haben. Das hört man hier selten... Und es erinnerte mich an die guten alten Zeiten in Hannover, in denen systematisch Üstra-Wagen von feiernden Fans außer Gefecht gesetzt wurden. Etwas, was in Zweit- und Drittligazeiten ja nicht allzu häufig vorkam...

XXX

Ich habe lange überlegt, ob ich es schreiben soll oder nicht. Dann habe ich mich dagegen entschieden. Ich werde nicht schreiben, dass ich von meiner Wohnung in den Wohnblock gegenüber schauen kann. Und ich werde nicht schreiben, dass dort ein Wohnzimmer ist, in dem der Bewohner entweder Fußball schaut oder Fußball auf der Playstation spielt, denn der Fernseher ist sehr gut sichtbar hinter dem Fenster. Und ich werde definitiv nicht schreiben, dass da neulich ein Hardcoreporno lief und die gesamte Nachbarschaft einen Fellatio beobachten konnte. Dabei schien die digitale Qualität gar nicht mal so schlecht zu sein (wahrscheinlich besser als von Handykameras).

Aber so ein Schweinkram gehört hier nicht hin. Ich finde es nur interessant, dass in den letzten drei Blogs das Wort „Fellatio“ vorkam...

2LV2

Wieder eine Klasse, die mir auf den Senkel ging. Aber bevor ich berichte, möchte ich kurz auf diese Abkürzung eingehen, die letzte Woche ein wenig Verwirrung stiftete.

Die Abkürzung „2LV2“ bedeutet „seconde“ (also 10. Klasse), „LV“ bedeutet „langue vivante“, die 1 bzw. 2 dahinter zeigt an, ob es die erste oder zweite Fremdsprache ist. Alles klar? :-)

Bei dieser 10. Klasse mit Deutsch als 2. Fremdsprache handelt es sich auch um so eine Problemgruppe. Erstmal verteilten sie neulich Salz (!!!) im Klassenraum. Das hatten ein paar Schüler in diesen kleinen Aufreißpäckchen aus der Cafeteria mitgenommen und auf ihrem Tisch verstreut und fanden es nun witzig, so zu tun, als sei es Kokain. Nachdem ich sie dazu gebracht hatte, den Scheiß wegzuschmeißen, zeigte ich ihnen Zeitschriften aus Deutschland, die sie vorstellen sollten. Einer dieser pubertierenden Jungs meinte nun, jedes Bild einer Frau mit „elle avale“ („sie schluckt“) kommentieren zu müssen.

Ich war froh, als diese Stunde zu Ende war. Danach kam eine andere Lehrerin in den Raum, die noch mehr Salz entdeckte, woraufhin ich die Übeltäter sofort in den Raum zurückzitiert habe zum Putzen.

Da ist mit echt der Kragen geplatzt. Die drei haben mich zum letzten Mal gesehen. Zum Glück bin ich in der Position, einzele Nervensägen und Störenfriede ausschließen zu können. Jetzt könnte man aber wieder dieses Schülerverhalten meiner Lehrerin mit dem eklatanten Mangel an Durchsetzungsvermögen anhängen wollen. Das funktioniert aber diesmal nicht, denn so ziemlich jeder Lehrer, der den Namen dieser Klasse hörte, verzog das Gesicht. Die Schüler haben sich einen Ruf „erarbeitet“. Jetzt am Samstag gibt es eine Konferenz, an der die Lehrer und Eltern teilnehmen. Denn das Maß scheint voll zu sein. Zumal es jetzt auch um die Sicherheit geht, denn der Physiklehrer beklagte sich über das Rumspritzen mit Wasser, während die Schüler irgendwelche elektrischen Versuche aufbauen sollten...

Mal schauen, was die Konferenz ergibt.

Bac blanc

Die Schüler der Terminale (Abiturklasse) hatten mal wieder bac blanc, also Probeabi. Allerdings nicht alle, und einige glaubten/hofften, bei mir Unterricht zu haben. Naja, da man mir gesagt hatte, dass mein Unterricht ausfallen würde, hatte ich natürlich auch nichts vorbereitet. Na gut, stattdessen haben wir halt Poker gespielt, und ich hatte 2x einen Flush – sans avoir triché (ohne geschummelt zu haben).


Gute Nacht!

PS: Nicht vergessen: nächste Woche kommt der vorletzte Eintrag, und der letzte vor meiner (vorläufigen) Rückkehr nach Allemagne.

PPS: Morgen Abend spielt Frankreich gegen Österreich im Stade de France. Das Sonderangebot, für 18 EUR eine von 20.000 reduzierten Karten zu kaufen, ist jetzt noch buchbar über Internet. Das Stadion scheint ziemlich leer zu sein morgen...
27.3.07 10:45
 



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