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Die 20. Woche (13. Mrz.)

Dienstag, 13. März. 143. Tag: Châtoh & Paris im Frühling, fehlende Schüler, Video, König Fußball, Srtubhjkrzs.

Is’ mal wieder soweit. Also: ab geht die Post!

Châtoh & Paris im Frühling

Ich hatte mal wieder Besuch in Paris (Gruß an dieser Stelle nach Osnabrück und Halle/Saale). Da hier langsam das Wetter besser wird, beschlossen wir, dieses auszunutzen und am Mittwoch nach Versailles zu fahren. Warum auch nicht; große, schlammige Gärten schaut man sich am besten dann an, wenn es nicht regnet...

So kam es dann auch, dass wir im Gare d’Austerlitz (ich glaube, ich jhabe mich mal versprochen und ihn „Gare de Waterloo“ genannt – aber das war wohl was anderes :-) ) standen und des RER nach Versailles Rive Droite harrten.

Ich weiß nicht, ob wir großartig vertrauenserweckend oder einfach nur gut aussahen (oder wahrscheinlich standen wir nur gerade günstig da rum), jedenfalls näherten sich zwei Damen (jünger als ich) und fragten: „Château Versailles?“ Dabei betonten sie das „eau“ in „château“ wie das „oh“ in „oh dear“ oder „oh Lord“. Damit war klar, dass sie aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum kamen. Aus Michigan, wie sie bestätigten. Jedenfalls schienen sie ganz froh darüber, dass sie nette, gutaussehende, dynamische Deutsche trafen, denn danach hatten wir sie den restlichen Tag an den Hacken. Sie folgten uns artig durch den Garten von Versailles und das Schloss, und abends, als ich schon längst wieder zu Hause war mit meiner Unterrichtsvorbereitung für Donnerstag, machten sie noch mit meinem Besuch die Stadt unsicher.

OK, so schlimm war es jetzt nicht, nur irgendwann kam ich mit den Fremdsprachen durcheinander. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sie sich an uns wandten: Wir kannten Land und Sprache....!

Jedenfalls hatte ich dank des Besuches wieder einmal die Gelegenheit, Paris zu erkunden. Am Freitag war das Wetter bis zum Nachmittag daneben, so dass wir ins Musée d’Orsay gegangen sind. Als wir wieder rauskamen, schien die Sonne. Und seitdem ist es auch schön hier: wir haben knapp unter 20 Grad, die Sonne scheint, es riecht nach Frühling. Und bei so einem Wetter macht es auch Spaß, auf den „großen Bogen der Verteidigung“ (La Grande Arche de la Défense) zu fahren und den Blick auf Paris zu genießen...

Fehlende Schüler

Haben Schüler Rechte?

Ganz klar: nein! :-)

Zumindet nicht das Recht zu streiken. Dennoch tun sie es: Und zwar haben am letzten Donnerstag die drei, die eigentlich bald mündliches Abi in Deutsch haben, beschlossen, die letzte Stunde im Lycée ausfallen zu lassen.

Schon wieder.

Nachdem sie das ja schon einmal bei mir gebracht haben (siehe Eintrag von anno dazumal), haben sie es jetzt auch meiner Lehrerin gebracht.

Naja, damit schneiden sie sich ja eigentlich nur ins eigene Fleisch. Mir war’s ganz recht... Ich konnte eine Stunde früher nach Hause!

Video

A propos Schüler: Langsam beginne ich mich zu fragen, wo ich hier gelandet bin. Auch am Collège spinnen sie jetzt! So wurde mir gestern Unglaubliches zugetragen: Ein Lehrer, der wie ich an beiden Schulen arbeitet (aber mehr Stunden hat als ich und wahrscheinlich auch besser bezahlt wird) sagte, dass es sich zugetragen habe, dass ein Schüler (16 J.) eine Freundin hat. OK, soweit nichts Ungewöhnliches. Pikant dabei ist lediglich, dass sie 13 ist. Hm. Das sieht das Lehrerauge doch schon etwas skeptischer. Und dieser Schüler hat seine Freundin zum „Fellatio“ überredet. Da schrillen doch schon die Alarmglocken!

Aber der Hammer kommt noch.

Denn dummer, dummerweise haben sie sich dabei mittels Handykamera filmen lassen... Und dieses Video blieb nicht auf dem einen Handy des „Kameramannes“, sondern verteilte sich, nicht unähnlich einer Pilzinfektion peu à peu in der Schule, von Handy zu Handy. Welche natürlich verboten sind.

Schon bescheuert, sowas. Wie sagte Einstein so schön: „Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: das Universum und die menschliche Dummheit. Obwohl: beim Universum bin ich mir nicht sicher.“

Aber sehen wir es von der guten Seite: So wie ich die Qualität von Handykameras einschätze, wird man soviel nicht erkennen können... (Autsch, was bin ich heute wieder zynisch!)

König Fußball

Mein englischer Kollege und ich sind dabei, ein Fußballfreundschaftsturnier zu organisieren. Und zwar sollen seine Schüler (1. Fremdsprache Englisch) gegen meine (1. Fremdsprache Deutsch) antreten. Mit etwas Glück bekommen wir auch noch eine Lehrermannschaft zusammen. Wir haben das jetzt schriftlich ausgearbeitet und legen den Antrag zur hoffentlichen Genehmigung demnächst der Direktorin vor.

Natürlich werdet Ihr auf dem Laufenden gehalten.

Srtubhjkrzs

Kennt Ihr dieses Wort: „Srtubhjkrzs“?

Nein?

Oder könnt Ihr vielleicht folgenden Satz verstehen: „Skf bùg;z kmlkbjsdgmrrjg!“

Auch nicht?

Wie steht’s damit: „Conflans – Fin d’Oise“. Gut, lesen kann man’s, gell? Und sooo wichtig ist dieser Ort auch nicht, dass man unbedingt wissen müsste, dass das die RER-Station hinter Achères ist.

Aber man kann es lesen.

Für alle diejenigen, die das nicht können, weil sie Analphabeten sind (wie trennt man denn das Wort? Doch wohl nicht nach der 2. Silbe, oder?!) sieht es dann aus wie eine sinnlose Aneinanderreihung von komischen Symbolen. Ich zitiere dazu aus der grandiosesten Serie aller Zeiten, den Simpsons:

Skinner als Pharao: „Lies mir doch mal vor, was wir bis jetzt haben, Krabapatra.“
Krabapatra: „Vogel, Vogel, großes Auge, Pyramide, Vogel.“
Skinner: „Hmm, ausgezeichnet... Ähm, großes Auge, toter Fisch, Katzenkopf, Katzenkopf, Katzenkopf, ein Typ der ‚so’ da steht...“

(Quelle: Springfield Shopper).

Wie ich darauf komme ? Ach ja, heute hat mich zum 2. Mal hier jemand angesprochen und gefragt, wie man zu diesem Bahnhof kommt und drückte mir einen Zettel in die Hand. Ich gehe davon aus, dass er nicht lesen oder schreiben konnte, denn die Stationen sind ja im Zug überall ausgeschrieben.

Aber da bemerkt man erst, dass man die banalsten Sachen nicht machen kann, wenn man des Lesens nicht mächtig ist...

Ende

Das wär’s aufs erste. Ich bin hundemüde, muss aber erst noch ein bißchen arbeiten. Spannend wird es um 16.30h. Da habe ich die Seconde 1. Fremdsprache, bei der es neulich die rote Karte gab. Besonderheit: Ich habe heute die gesamte Klasse. Alleine.

Ich sage nur: Aux armes, citoyens!

Gruß,


Monsieur
13.3.07 11:12
 



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